JASMIN KOSUBEK - Moderatorin von "Der Fehlende Part"

RT Deutsch Moderatorin von "Der fehlende Part" Jasmin Kosubek

 

Eine kurze Einführung für unsere Leser im Ausland. RT ist in den Emiraten ein viel gesehener Sender. Die jüngste große Meinungsumfrage unter arabischen Jugendlichen, Arab Youth Survey 2019 bescheinigt, dass 64% der arabischen Jugendlichen Russland als „Alliierten“ betrachten.

Auch Journalisten und Manager rufen als Quelle der obligatorischen „zweiten Meinung“ RT auf. RT Deutsch hat auf Youtube 300.000 Abonnenten. RT International, die große Schwester, auf YouTube sogar 3,6 Millionen Abonnenten. Das ganze RT Nachrichten Netzwerk ist mit über 9 Milliarden Views das meistgesehene auf YouTube. Fun Fact: RT war der erste Nachrichtenkanal überhaupt, der hier die Schallmauer von einer Milliarde Views durchbrochen hat. Das ist umso bemerkenswerter, als laut der erwähnten Umfrage in 15 arabischen Ländern die wichtigsten Informationsquellen Online- und Social Media sind, die TV, Radio, Zeitungen zunehmend - und teilweise sogar weit - hinter sich lassen. 

Die in Berlin lebende Journalistin Jasmin Kosubek ist das bekannteste Gesicht des deutschen Kanals von RT. Sie ist Redakteurin/Moderatorin und produziert die Sendung „Der fehlende Part“. 

 

Jasmin Kosubek, danke für dieses Interview. Sie berichten und moderieren für RT, das russische Pendant zu Deutscher Welle, France 24 oder BBC World Service. Wir porträtieren auf Classy Dubai oft erfolgreiche Frauen und stellen dabei regelmäßig fest: Das Feld auf dem sie bekannt wurden, war fast nie ihr Plan A. Wie war das bei Ihnen? Was hat sie zu RT geführt? 

Nach meinem Business Economics Studium wollte ich etwas machen das anders war. Nach verschiedenen Bewerbungsgesprächen habe ich mich bei der Videonachrichtenagentur ruptly beworben. Die Videonachrichtenagentur von RT. In der Stellenausschreibung ging es um Recherche und Nachrichten. Ich habe mich also nicht um eine Moderatorenstelle bemüht. Das erwähne ich immer explizit. Damals war noch nicht viel über das Unterfangen RT Deutsch bekannt, also bin ich quasi ins kalte Wasser gesprungen. Es war genau das was ich damals wollte. Moderatorin oder Produzentin zu werden hatte ich nie geplant.

 

Oft wollte man von Ihnen wissen, warum Sie für RT arbeiten. Eine Frage, die Moderatoren bei der Tagesschau (noch) nicht gestellt wird. Wir haben zudem den Eindruck, dass bestimmte Medien Sie, offenbar so absichtlich wie erfolglos, auf Ihr Äußeres zu reduzieren versuchen. Wie geht man als erfolgreiche Journalistin damit um? Was steckt dahinter? Hat das Ihre Persönlichkeit verändert oder gar geprägt? 

Die Reduzierung auf mein Äußeres war anfangs aufgrund meiner Kleidung ja fast schon zu erwarten. Das hat mich nie sonderlich gestört. Ich finde es nur lustig, denn offenbar wissen deutsche Journalisten nicht, dass diese Art von Auftritt im internationalen Vergleich nichts außergewöhnliches ist. Sie kennen doch bestimmt die Ausschnitte aus dem südamerikanischen Fernsehen ... Es ist nun mal nicht alles so „klassisch“ wie im deutschen Fernsehen. Mittlerweile trage ich auch weniger kurze Röcke, das kommt mit dem Alter.

 

 

Lässt einen das - im positiven Sinne - trotziger oder mutiger in der Themenauswahl werden oder bei den Fragen an die Interviewpartner? 

Lassen mich meine Outfits mutiger werden? Nein. Vielmehr lässt mich mehr Übung und Wissen mutiger werden. 

 

Wie sieht ein Tag im Sender bei Ihnen aus? Was sind die Aufgaben der Jasmin Kosubek? 

Ich bin mittlerweile nicht nur Moderatorin, sondern auch als Produzentin verantwortlich für das Format „Der fehlende Part“. Damit bin ich im Wesentlichen für die Themenauswahl verantwortlich und arbeite mit den Kollegen die Beiträge aus. Vorbereitung der Interviews, die Ausführung und das Schreiben der Moderationstexte gehören natürlich auch noch dazu. Freitags zeichnen wir unsere Sendung auf und am Abend geht die fertige Sendung online. Der Medienkonsum läuft automatisch nebenher, von morgens bis abends, jeden Tag der Woche. Das ist wohl das anstrengendste. 

 

 

Man darf ja noch träumen. Wie sieht ihre Idealvorstellung der Medien-/Nachrichtengestaltung aus? 

Ich bin Realist und arbeite mit den Dingen so wie sie sind. Es wäre vielleicht schön, wenn die Kollegen sich nicht immer so ernst nehmen würden. Am Ende sitzen wir doch alle im selben Boot. 

 

Gibt es einen Rat, ein Rezept wie man mit schwierigen ggf. eitlen Gesprächspartnern umgeht? 

Ich hatte bisher das Glück kaum diese Art von Gesprächspartner vor mir sitzen zu haben. Ein einziges Mal, würde ich sagen, hat die autoritäre Ausstrahlung meines Gegenübers mich verunsichert. Das war schwierig. Ein Rezept habe ich aber noch nicht entwickeln können, dafür habe ich einfach noch nicht genug Übung. 

 

Auf Ihrem Instagram Account sieht man sie oft "unterwegs". Wie wichtig ist es für Sie auf Reisen zu sein? Was nehmen sie auf Ihren Reisen oder Stadtspaziergängen wahr? 

Ich verreise für mein Leben gern. Am liebsten dahin wo noch nicht so viele Leute waren und mittlerweile sogar gerne mit dem Auto. Neben den fremden Städten ist es auch einfach schön in der Natur zu sein und wild zu campen. Man muss aber nicht immer weit wegfahren um Neues zu entdecken. Ich wohne zum Beispiel erst seit 5 Jahren in Berlin, mittlerweile im Speckgürtel, und es gibt so viele tolle Orte in Ostdeutschland die ich unbedingt besuchen möchte.

 

Waren Sie schon in Dubai? Und wenn ja, was hat Ihnen besonders gefallen? 

Ich war noch nicht in Dubai, aber ich komme gerne mal vorbei. 

 

Was steht so alles auf der Bucket List von Jasmin Kosubek? 

Familie gründen, einen Unimog kaufen und um die Welt fahren. 

 

Darf man etwas über Ihre Hobbies erfahren? 

Hot Yoga, Reisen mit dem Auto, Pläne schmieden. 

 

Was reizt sie außerhalb dieses Jobs? Könnten Sie sich als Kolumnistin in anderen Medien vorstellen?

Ich bin nicht dogmatisch und könnte natürlich auch für ein anderes Medium arbeiten. Das würde sicher stark von dem Format abhängen.

 

Gibt es einen Slogan? Was ist das Lebensmotto der Jasmin Kosubek?

Hmmm ... da muss ich überlegen. Es gibt ja verschiedene Mottos für unterschiedliche Situationen. Zum Beispiel auf Arbeit: „Lieber einmal richtig, als zweimal so halb.“ oder etwas abstrakter für das tägliche Leben: „Fang bei dir selber an.“. Mein Eindruck ist, dass es viele Ratschläge von außen gibt wie man sein Leben zu Leben hat. Das kann zwar helfen, aber am besten ist es, seine Ratschläge erst einmal bei sich umzusetzen. Das ist oftmals sehr viel schwieriger als Rat zu erteilen.

 

Welche Frage hätten Sie denn gern noch gestellt bekommen? 

Ihre Fragen waren wunderbar. Dankeschön für das Interesse an meiner Person. 

 

 

Vielen Dank für das Interview. 

 


 

Mehr Informationen

Jasmin Kosubek

Youtube Der Fehlende Part

Youtube RT Deutsch

Instagram Der Fehlende Part

 

Fotos: Jasmin Kosubek & Der Fehlende Part