EIN BERLINER ORIGINAL – DIE SCHAUSPIELERIN SUSAN HOECKE

Foto: Nico Stank
Foto: Nico Stank

Als Berliner in der Wüste kommt mit Susan Hoecke immer ein Stück Heimat in unsere Wohnzimmer. Wir kennen Susan Hoecke aus vielen Filmen wie „Sekretärinnen“, „Vaterfreuden“ mit Matthias Schweighöfer, „Traumschiff“, Erfolgsserien wie „Sturm der Liebe“ und aktuell als Oberärtzin Dr. Laura Seifert in „Lifelines“ auf RTL.

In unserem Interview blicken wir mit ihr hinter die Kulissen am Set, erfahren mehr was sie so auf Social Media umtreibt und welche Rolle sie unbedingt gern noch spielen würde.

 

Die Schauspielerin

Chapeau, Sie haben es laut Internet ohne Schauspielstudium in die Liga der beliebtesten deutschen Schauspielerinnen und auch zu internationalen Ehren gebracht. Das kann man sicher nicht allein mit dem Naturtalent der Susan Hoecke erklären. Womit noch? 

Hab ich!? Wow, was in diesem Internet alles so steht (lacht). Ich glaube es hat viel damit zu tun, dass ich mir selbst immer treu geblieben bin und meinen Traum nie aufgegeben habe. Und ich hatte das Glück am richtigen Ort die richtigen Leute um mich zu haben, und bei der tollsten Agentin gelandet zu sein.

 

Foto. Instagram Susan Hoecke
Foto. Instagram Susan Hoecke

Sie spielen in der neuen RTL-Arztserie "Lifelines" die Ärztin Laura Seifert. Wie beschreiben Sie aus Sicht der Darstellerin die Rolle?

Laura ist Oberärztin der Chirurgie in einer Notaufnahme, dementsprechend ist sie jemand, der schnell handelt, klare Entscheidungen trifft, mit Stress wahnsinnig gut umgehen kann, unter Druck um Leben und Tot kämpft, und sich dabei selbst oft vergisst...

 

Es geht ja recht emotional in der Serie zu: Freude, Wut, Liebe, Trauer.... . Bleibt im schnelllebigen TV von heute eigentlich Raum für so etwas wie Empathie mit einer Figur oder einer Episode vielleicht? Welche Episode hat Sie am meisten berührt? 

Na klar. Bevor ich mich nicht in ne Rolle verliebe, fällt es mir schwer sie zu spielen. Und so schnelllebig ist es ja beim Drehen nicht. Wir hatten 8 1/2 Tage für eine Episode, und somit viel Zeit für die „Töne dazwischen“. Meine Lieblingsepisode war die Folge 3 mit Caro Frier, weil die medizinische Geschichte einfach so mitreißend war. Wir haben abends dann oft noch zusammengesessen, um den Tag zu verdauen.

 

Sie haben einmal gesagt, sie seien ein Mensch der sich für andere einsetzt und für sie da ist, wenn ihnen Unrecht widerfährt. Was nehmen Sie aus Ihrer Rolle als Laura dafür mit - oder bringen Sie ein? 

Wahrscheinlich wurde ich wegen dieser Aussage auch nur besetzt (lacht). Wir konnten uns gegenseitig ganz gut beflügeln, nur Laura hat mir medizinische gesehen, einiges voraus. Jetzt weiß ich, was im Notfall zu tun ist.

 

Krankenhausserien werden immer gern gesehen. Wie erklären Sie sich, dass es die Zuschauer offenbar fesselt, kranke Menschen im Fernsehen zu erleben? Was unterscheidet "Lifelines" im Vergleich zu anderen Arztserien?

Was niemand weiß, unsere Produzentin Astrid Quentell (die beispielsweise auch der Lehrer oder Höhle der Löwen produziert) war selber mal praktizierende Ärztin, und hat somit ihr komplettes Herzblut und Wissen in diese Serie gesteckt. Und wir sprechen Themen an, die sonst gerne umgangen werden; lassen auch ab und an Patienten sterben - im wahren Leben gibt es auch nicht immer ein Happy End - leider. Und ich finde, wir haben die Mischung echt gut hinbekommen – Leben und Tod, Lachen und Weinen liegen immer sehr nah beieinander. In einem Moment ist man tief berührt von einer Geschichte und im nächsten muss man schon wieder schmunzeln.  

 

Wie müssen wir es uns vorstellen, wenn Sie einen neuen Film oder Serie drehen? Treffen sich sich vor Drehbeginn mit Regisseur und Schauspielkollegen, um sich besser kennen zulernen oder zu proben, oder startet alles erst mit dem Drehbeginn?

Das hängt vom Projekt ab. Meistens startet alles mit einem Casting, wo man schon den Regisseur und im Glücksfall den Spielpartner kennenlernt. Dann gibt es eigentlich immer Leseproben und manchmal auch schon richtige Proben am Set. Am Drehtag läuft es dann ähnlich ab. Man liest die Szene in einem geschützten Raum und hat danach Stellproben, bei denen dann neben der Regie auch Kamera und Licht dabei sind. Dann wird alles eingerichtet, da hat man dann meist noch so 20 Minuten, um sich vorzubereiten und dann wird richtig geprobt und schlussendlich gedreht.

 

Sie haben viele Filme und Serien gedreht. Herrscht immer Harmonie am Set oder kann es auch schonmal nicht harmonisch zugehen? Wie gehen Sie dann damit um? 

Ach, am Set herrscht nicht immer Harmonie, aber Reibung ist auch wichtig. Manche haben eben eine andere Arbeits- und Herangehensweisen, da kracht es halt auch mal, besonders wenn man Wochenlang aufeinander hockt, aber das beruhigt sich dann auch ganz schnell wieder, und ist interessanterweise im Nachhinein meist gut für die Szenen gewesen. Womit ich nur schwer umgehen kann, sind unvorbereitete Kollegen. 

 

Drehen Sie lieber Serien oder Filme? Und warum?

Das kann ich schwer sagen, da beides sein Gutes hat. Bei einer Serie hat man die Möglichkeit eine Rolle über einen langen Zeitraum zu entwickeln, kann mit ihr wirklich auf eine Reise gehen. Und es gibt die Möglichkeit, dass die Serie weitergedreht wird, und somit das ganze Team und die Kollegen wieder zusammen kommen. Beim Film hat man meistens viel mehr Zeit, sprich man kann auf vieles was die Figuren betrifft tiefgründiger eingehen und sich besser ausprobieren.

 

Welche Rollen würden Sie unbedingt gerne spielen?

Ach ich hätte mal Lust, so ne richtige Berliner Göre zu spielen. Ich bin gebürtige Berlinerin, durfte aber noch nie zeigen, wo ich eigentlich herkomme.

 

Schauen Sie sich Ihre Rollen nach Ausstrahlung immer an? Sind Sie dann mit sich zufrieden oder schlagen Sie - was wir nicht glauben würden - auch schon mal die Hände über dem Kopf zusammen? 

Ja, ich versuche mir alles anzuschauen, da Reflektion auch zu meiner Arbeit gehört. Dann sehe ich was in der Umsetzung funktioniert hat und was nicht. Bis vor 4 Jahren, habe ich sehr häufig die Hände überm Kopf zusammen geschlagen...

 

Wer ist Susan Hoecke

Foto: Nico Stank
Foto: Nico Stank

Was schätzen Ihre Freunde an Ihnen?

Ich glaube ich bin ein sehr loyaler und zuverlässiger Mensch und ein guter Zuhörer. Und, ich bin für jeden Quatsch zu haben ;)

 

Sie sind ein lebensbejahender Mensch. Woher kommt diese Einstellung und wie bewahrt man sie sich jeden Tag aufs Neue?

Ach ich mach mir morgens gleich bewusst, wie beschenkt ich vom Leben bin, dass ich und die Menschen die ich liebe alle gesund sind. Das ist nicht selbstverständlich, nur viele vergessen das. 

Susan Hoecke privat

Sie halten Ihr Privatleben ja privat. Aber wenn Sie verliebt sind, macht es einen Unterschied in der Beziehung, ob der Liebste aus der Showbranche kommt oder rein gar nichts damit zu hat? 

Nein, denn ich verliebe mich in den Menschen und nicht in den Beruf. 

 

Was schauen Sie privat gern im TV? 

Ich schaue so gut wie kein fern, wenn dann zeichne ich Sachen die mich interessieren auf oder schaue sie online. Und das sind dann meist amerikanische Serien oder der berühmte Tatort.

 

 

Schauspieler & Social Media

In Zeiten von Social Media haben es Künstler sicherlich einfacher, sich einem großen Publikum zu präsentieren. Wie gut man sich als Schauspieler überlegen, sich auf Social Media darzustellen? 

Am Anfang habe ich sehr viel darüber nachgedacht, was ich poste, da ich nicht zu viel von mir preisgeben wollte und Angst hatte, Fehler zu machen. Aber nach und nach sehe ich es nun mehr auch eine neue Art von Homepage wo ich Momente meiner Arbeit und meines Lebens festhalte, die ich mit anderen teilen mag, in erster Linie mit meinen Followern aber auch als einen weiteren Ausdruck meiner Selbst und somit kann das auch mein Image prägen. Und es sollte in erster Linie Spaß machen!

 

Nutzen Sie Social Media strategisch?

Nicht wirklich, da das viel zu viel Zeit kosten würde, und ich zum Glück meinen Beruf habe, durch den ich Geld verdiene und somit völlig frei bin. Ich poste z.b. nur Dinge die ich mag und hinter denen ich zu 100 Prozent stehe, das mache ich spontan auch weil ich es für authentischer halte als strategisch vorzugehen. Und mir ist Authentizität einfach wichtiger als immer bei allen gut anzukommen. Glatt kann doch jeder!

 

Unterwegs

Sie reisen gern. Waren Sie schon in Dubai?

Nein, war ich leider noch nicht, wollte ich aber immer mal tun!!! Steht auf auf meiner Reisewunschliste!

 

Wie stellen Sie sich Dubai vor?

Prachtvolle hohe Bauten neben nem Wüstenmeer.

 

Sind sie eher Strand- oder Städteurlauber?

Da ich mitten in Berlin wohne, der totale Strandurlauber!

 

Können Sie sich vorstellen auch mal im Ausland zu leben oder: Berlin forever?

Auf jeden Fall!! Ich werde in Berlin zwar immer nen Koffer in Berlin haben, aber ich kann mir durchaus vorstellen, ne kleine Wohnung irgendwo am Meer zu haben. Dazu noch einen Balkon oder Garten und ich wäre zufrieden!

 

Ausblick

Wird es eine weitere Staffel "Lifelines" geben? 

Ich hätte nichts dagegen! 

 

Wo werden wir Sie noch sehen?

Hoffentlich öfter auf ner Kinokeinwand (lacht). Und die nächsten Wochen viel in Spanien, da ich dort einen Film drehen darf.

 

Pläne, auch in anderen Ländern in Filmen mitzuwirken?

Ach, nach mir schreit keiner in anderen Ländern, ich bin hier mit den Angeboten in Deutschland sehr glücklich. Aber natürlich würde ich nicht nein sagen.

 

Susan Hoecke

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