50 DINGE, DIE NORMAL SIND, WENN DU IN DUBAI LEBST UND ÜBERRASCHEND FÜR DEN TOURISTEN

Foto: Paule Knete
Foto: Paule Knete

Dubai ist eine riesige, inzwischen legendäre, Metropole. Hier unter Millionen Menschen von allen Ecken des Planeten zu leben, ist ein weltweit einmaliges Erlebnis und stellt Berlin oder New York in vielerlei Hinsicht in den Schatten. Der Lifestyle, den wir seit über 10 Jahren journalistisch begleiten, ist unverwechselbar. Nirgendwo auf der Welt hast Du eine so quirlige, offene, internationale Gemeinde wie in den Emiraten. Dynamische Menschen kommen nach Dubai, um hier ihr Glück zu finden und Spaß zu haben. Das bringt natürlich ganz eigene Spielregeln und oft kuriose Bräuche mit sich. Ein paar haben wir zusammengestellt.

 

1. Du packst keine Einkaufstüten. Einpacken im Supermarkt? Kennt man hier nicht. Kassierer, Einpacker oder auch Securitiy-Leute tüten alles für Dich ein.

 

2. Du vergisst wie man das Auto wäscht. Autowäscher sind allgegenwärtig. In Deiner Tiefgarage oder auf den Parkplätzen der Malls. Kosten um 15 AED (4€) Eine Komplettreinigung für den SUV kostet uns in RAK um die 25 AED. 

 

3. Du lernst Dubai-Englisch. Wenn Du eine Hotline anrufst und kein Wort verstehst, liegt es nicht an Dir. Hab keine Hemmungen auch 15-mal nachzufragen, bis Deinem europäischen Ohr dämmert was der indische Operator sagt.

 

4. Du findest es normal, wenn auf der Straße Staub gewischt wird. Auf dem Boulevard in Downtown, in der Dubai Marina und andernorts sind junge Männer unterwegs, die unentwegt fegen und Staub auf den Geländern wischen.

 

5. Du weißt nicht mehr was ein Briefträger ist. Du findest hier keinen Hausbriefkasten. Deine Post holst Du beim Schließfach ab. Wer einmal morgens am Postamt von Karama geduldig einen Parkplatz gesucht hat, weiß warum man nicht täglich nach Post schaut. 

 

6. Du hast keine Ahnung was Funklöcher sind. Die Kommunikationsnetze sind hervorragend und schnell. Auch auf der letzten Düne der Wüste. Internet oder Handyempfang arbeiten in hervorragender Qualität und hoher Geschwindigkeit. In der Stadt findest Du ganze Straßenzüge mit öffentlichem WLAN.

 

 

7. Du kannst nicht skypen. Du hast Zoom, Whatsapp Call, Facetime, Messenger Call, doch es funktioniert hier nicht. Das Land, das 2020 eine Weltausstellung ausrichtet, macht es Geschäftsleuten nicht einfach, international zu kommunizieren.

 

Foto: Instagram
Foto: Instagram

8. Du bist im Sommer käseweiss und nicht am Strand zu finden. Temperaturen bis zu 50Grad sind normal.

 

9. Du findest 22 Grad Tagestemperatur nordisch kalt. Warme Sachen hast Du immer im Auto. Auch im Hochsommer sind auf 19 Grad runtergekühlte Malls und Restaurants nicht selten. 

 

10. Du liebst Regen, er ist für Dich schönes Wetter. Der kleinste Regenschauer wird zum Ereignis. Im Büro und auf Instagram. Urlaub machst Du vorrangig in kalten Ländern.

11. Du lebst auf Instagram. Ein Araber liest laut offiziellen Quellen 35 Stunden -  im Jahr(!). Aber es gibt mehr als doppelt so viele Handynummern als Einwohner. Bist Du also nicht auf Social Media, vor allem Instagram, gibt’s Dich (und Deine Firma) nicht.

 

12. Du fühlst Dich als Frau sicher. Frauen werden vorzüglich behandelt. Sie haben bei Behörden oder Post gesonderte Wartebereiche mit Sitzplätzen. Die Emirate sind eines der sichersten Länder der Welt. Als Frau bei Dunkelheit allein auf dem Souk? Keine Hürde.

 

13. Du bist echt überrascht und dankbar, wenn etwas wider Erwarten schnell vonstattengeht. Du bist darauf eingestellt, dass jeder Mitarbeiter eines Amtes ein anderes Papier verlangt und keinesfalls das was sein Kollege am Vortag wollte.

 

14. Du vergisst wie man ein Auto betankt. Ein unschätzbarer Service, beim Tanken im kühlen Auto zu bleiben und beim Tankwart zu bezahlen. Spritpreise werden monatlich einheitlich landesweit festgelegt. Der Liter Normal kostet im Juni 2018 2,51 AED, das sind ca. 0,56 €. 

 

Foto: Paule Knete
Foto: Paule Knete

15. Du gewöhnst Dich an Lärm. Rund um die Uhr Bauarbeiten inklusive Rammarbeiten sind Usus. Natürlich könntest Du die Polizei rufen, aber wie oft willst Du das tun? Bohr- und Rasenmäher-Zeiten wie in Deutschland - was ist das? Auch wer einen Boliden fährt wird mit Sicherheit nach Mitternacht in Deiner Straße voll aufdrehen. Er fällt ja sonst nicht auf, denn … 

Dir fallen Luxus-Schlitten, egal welcher Marke, und ihre Fahrer nicht auf. Null. Es sei denn, es ist ein echtgold-lackierter Rolls Royce oder rosa Bentley SUV. Dann hebt man mal den Kopf, schüttelt ihn und „gut isses“. Ein Trabi würde Aufmerksamkeit erregen oder ein schnittiges Polizeiauto. 

 

16. Du siehst die Polizei gerne. Die Polizei fährt neben den üblichen SUV auch Bugatti, Aston Martin, Porsche, Audi R8, Ferrari, Lamborghini, Brabus, McLaren und BMW i8. 

 

17. Du hast die Butter vergessen. Für Dich ist es völlig normal bei Krämer im Erdgeschoss anzurufen. Der Laufbursche bringt es rauf.

 

18. Du zahlst exotische Gebühren. Es gibt für alles Lizenzen, Stempel, Papiere. Wundere dich nicht, wenn Du irgendwo nach der Stempelgebühr noch an jemanden „Knowledge Fee“ bezahlst. Derjenige weiß (O-Ton) „wo der Stempel hinkommt.“

 

19. Du hupst (nicht). Wozu zum Zigarettenkauf oder wegen einem Becher Kaffee aussteigen, wenn man hupen kann und der Laufbursche sie Dir rausbringt? Sollen doch die paar Tausend Leute in den Towers ringsum wissen, dass Du nachts unterwegs bist. Wozu die Chipkarte für die Tiefgarage rausfummeln, wenn der Security schon auf 10maliges Hupzeichen hin die Schranke aufmachen kann? 

 

20. Für Dich ist es ganz normal morgens am Strand zu liegen und am Nachmittag auf dem 1.700 m hohen Jebel Jais zu stehen, in der "Emirates Mall" Ski oder in der "Dubai Mall" Schlittschuh zu laufen. Im vergangenen Jahr gab es Schnee auf dem Jebel Jais bei Ras Al Khaimah und ein kleiner Schneemann wurde gebaut. Die Pass-Straße hinauf musste wegen des Andrangs gesperrt werden.

 

21. Du bist darauf trainiert, deinem Taxifahrer den Weg zu zeigen. Navi macht keinen Sinn. Normal ist: „Da vorne links, an der nächsten Ampel rechts wenden, dann nach dem Hilton links.“ Wenn Du als Tourist nicht in einem 5*-Hotel an der Sheikh-Zayed-Road wohnst – viel Glück. Möglicherweise ruft der Fahrer auch einen Freund an, der Englisch spricht und gibt Dir sein Handy. Dann erklärst Du dem Freund wohin Du willst und er erklärt es dem Fahrer in deren Sprache richtig. Eventuell. Übrigens nennt der Taxifahrer Dich „Boss“. 

 

Foto: Emirates 24/7
Foto: Emirates 24/7

22. Du triffst den Herrscher. Nicht täglich. Aber sein weißer Mercedes G-Klasse ist stadtbekannt. Kein großes Ding, wenn der Herrscher von Dubai, Scheich Mohamed, Dir in der Mall oder im Supermarkt begegnet. Bodyguards? Wozu? 

 

23. Du lebst in einer Stadt ohne Schließzeiten. Geschäfte sind sieben Tage die Woche geöffnet. Nicht wenige sogar rund um die Uhr.

 

 

24. Du verstehst Dein eigenes Wort im Coffee Shop nicht. Normal. Die oft philippinischen Mitarbeiter sind ein  - sagen wir mal so – musikalisches Völkchen. Bitte das Personal die Musik leiser zu drehen und sie werden es bald tun. Wenn sie Dich hören können.

 

Foto: Paule Knete
Foto: Paule Knete

25. Du weißt was Multikulti wirklich ist. „Weihnachten“ heißt in Dubai noch „Weihnachten“. Dank der internationalen Community von 85% Ausländern feierst Du hier gemeinsam Weihnachten und Ostern, indisches Diwali und islamischen Ramadan, den Sieg von Scheich Mohameds Godolphin-Pferden auf der Rennbahn Maydan oder den Cricket-Meisterschaftssieg von Pakistan. Während man in Deutschland diskutiert, ob Weihnachtsmarkt noch Weihnachtsmarkt heißen darf: Hier geht man rücksichtvoll miteinander um: Du glaubst und feierst was Du willst. Ich akzeptiere das und ich feiere mit, wenn ich will.

 

26. Dein Foto einer privaten Party sieht – im übertragenen Sinne – immer aus wie ein Poster der Les Humphrey Singers. Alle Nationen und Farben bunt gemischt. In Dubai, wo Du meist allein ankommst, hast Du bald Deine eigene Patchwork-„Familie“. Man schließt schnell Freundschaften, quer durch alle Nationen. 

 

Foto: Instagram
Foto: Instagram

 

27. Du liebst die Rote Karte. Apropos Party. Für Hoch- und Niederprozentiges brauchst Du in Dubai die begehrte rote Alkohol-Lizenz, die von der Polizei ausgestellt wird. Sie berechtigt Dich zum Einkaufen von Bier und Wein im Rahmen einer bestimmten Summe. Ohne die kleine Plastikkarte geht gar nichts. Selbstredend gibt es die Drinks nicht im Supermarkt, sondern wie in Schweden, in bestimmten Läden: „mmi“ und „african+eastern“. In vielen Touristenhotels wird Alkohol ausgeschenkt. Aber Vorsicht. Trunkenheit in der Öffentlichkeit kann Deinen Aufenthalt in dem schönen Land beträchtlich und unfreiwillig verlängern.

 

28. Du bist wer Du bist. In den Emiraten leben bei einem Ausländeranteil von 85% buchstäblich Menschen aller Nationen zusammen. In Dubai oder Ras Al Khaimah gibt es eigene Viertel mit Kirchen und Tempeln für Gläubige zahlreicher Religionen. Niemand wird Dich danach fragen oder beurteilen.

 

29Du kaust nie Kaugummi in der Metro. Freundliche Polizisten würden Dir eventuell ein Knöllchen verpassen. Kein Essen, kein Trinken auch keine Zigaretten in der Metro, auch nicht in der Hand.

 

30. Du bist schneller aus dem Kino raus. Im Kino sind die Filme kürzer. Intime Szenen werden rausgeschnitten. Filme laufen meist im amerikanischen Nuschel-O-Ton mit arabischen Untertiteln. Empfehlenswert, wenn Du ein Freund der arabischen Schrift bist.  

 

Foto: Khaleej Times
Foto: Khaleej Times

31. Du bekommst auf Deine Knöllchen Rabatt. Knöllchen bezahlst Du nur einmal im Jahr, wenn Du Deine Autozulassung verlängerst. Die nervige Bürokratie und Nachstellungen wegen ein paar Euro, wie man sie aus Deutschland kennt, ist den Emiratis fremd. Auch abzuwarten kann sich lohnen. Die Polizei bietet fast regelmäßig Sonderangebote, kürzlich erst wieder 50% Rabatt.

 

32. Du hältst mit Deinem Auto Abstand. Reißverschluß und Einfädeln kennt man hier nicht. Du weißt, wer rechtsabbiegen will, überholt Dich 20 Meter vorher links und biegt dann vor Dir rechts ab. Blinker werden höchstens benutzt beim 180-Grad-Wenden. Mancher schaut irritiert, wenn Du zum Abbiegen blinkst. Mach es trotzdem. 

 

 

34. Du kannst nichts verlieren; es kommt nichts weg. Geldbeutel oder Handy verloren oder vergessen? Mir ist schon mal ein Verkäufer durch die ganze Mall gefolgt, um mir mein vergessenes Portemonnaie zu bringen. Am Creek, wo die Schiffe nach Iran und Indien beladen werden, stehen wertvolle Waren (inklusive Kühlschränke und Klimaanlagen) auch nachts frei zugänglich herum.

 

35. Du lebst in einer Villa. Jedes noch so kleine Haus heißt Villa.

 

36. Du durchlebst 50 Shades of Beige. Farben? Häuserfassaden und Innenwände kennen oft keine andere Farbe. Weiße Innenwände wären eine Überraschung. Keiner weiß warum das so ist; braune Einbauküchen und -schränke: Kennst Du eine(n), kennst Du alle.  

 

37. Du hast immer warmes Wasser, da die Tanks in der Sonne liegen. Die Herausforderung ist kaltes Wasser für eine Dusche im Sommer.

  

Foto: Instagram
Foto: Instagram

38. Du nimmst das “Inschallah” für ein “Nein”. „Sehen wir uns morgen?“ „Inschallah.“ Du wirst vergeblich warten. Bist Du trotzdem Optimist, nimm ein „ bin in 10 Minuten da“ für „in einer Stunde“.

 

39. Du kennst das. Sollte jemand bedächtig den Kopf von links nach rechts schütteln, kann das „Ja“ bedeuten oder „Vielleicht“. Kommt auf’s Tempo an. Frag nach. 

 

40. Du weißt, alles ist „No Problem“. In 10 Jahren kannten unsere Klimaanlagen-Handwerker nur „no problem“, „blockage“ (Verstopfung) und „leakage“ (Leck). Man glaubt es nicht, aber eins davon war es tatsächlich immer.

Foto: Classy Dubai, Fashion Avenue Dubai Mall
Foto: Classy Dubai, Fashion Avenue Dubai Mall

41. Du hast keine Scheu vor öffentlichen Toiletten. Besonders in den Shopping Malls besitzen sie 5* Niveau und haben unentwegt putzendes Personal. Das Nonplusultra derzeit: Die Toiletten in der neuen Fashion Avenue der Dubai Mall.

 

42. Du zweifelst nicht an Deinem Geschlecht, auch wenn Du jedesmal, da Du einen Shop betrittst, mit „ma'am-sir“ begrüßt wirst.

 

43. Du erkennst Touristen daran, dass sie im Food Court ihre Tabletts wegbringen.

Wir lassen es stehen. Hilfreiche Geister räumen es ab. Es ist ihr Arbeitsplatz, den wir mit unserer "Nachlässigkeit" sichern.

 

44. Du wunderst Dich nicht über die vielen „Masseusen“ in Barsha, die per Visitenkarte ihre Dienste anbieten. 10 Minuten parken – und schon hast Du gefühlte 50 Business cards an Deiner Seitenscheibe. Laut Zeitung sollen es 100.000 pro Tag sein. 

 

45. Du kennst Karama noch als spezielles „Einkaufszentrum“, erkennst die Fakes auf Anhieb und kannst die Träger entsprechend einschätzen.

 

46. Du weißt nicht wie Deine Straße heißt, aber den Namen deines Towers. Da es keine Hausnummern gibt, orientiert man sich eh nach „Landmarks“ (Gebieten, Hotels, Parks, Malls).  

 

47. Du kennst die Verkehrsnachrichten schon vorher. Die Wichtigsten: Freitag nach eins niemals in die Malls. Da trifft sich halb Indien mit halb Pakistan und gefühlt ganz Europa. Und die Autobahnen 311 und 611 Richtung Sharjah sind abends der größte Parkplatz des Orients. Oder wie man neudeutsch sagt - Mannequin Challenge.

48. Du findest es normal, dass ganze Familien 10m neben der Autobahn, in Staub und Lärm ihr BBQ haben. Unter Gemütlichkeit versteht man halt überall was anderes.

 

49. Du kommst geradewegs aus Deinem Heimatland, aber fühlst Dich zuhause, wenn Du in Dubai landest und aus dem Flughafen trittst. Dubaitypisch! Ein Gefühl, das Dir jeder Expat bestätigen wird. 

 

50. Du hast viele neue Freunde in Deutschland. Die ganze weitläufige Verwandtschaft und Freunde aus dem Sandkasten kennen Dich wieder, wenn du in Dubai wohnst. Alle wollen Dich plötzlich besuchen. Kaum einer begreift allerdings, dass Du hier arbeitest und kein Fremdenführer bist.

 

Wir hoffen, Du hast Lust auf Dubai bekommen. Mit diesen Tipps wirst Du die Emirate besser verstehen. Und die stolzen Emiratis und ihre Visionen schätzen lernen. Marhaba. Willkommen.

 

Viele Tipps zu Business, Dresscode und Kultur findest Du in unseren Artikeln hier. 

 

 


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Paule Knete