SITTEN UND GEBRÄUCHE IN DEN EMIRATEN-13 TIPPS DIE MAN KENNEN SOLLTE

Dubai Dresscode

Obwohl Dubai zu den modernsten Städten der Welt gehört; die einheimische Bevölkerung hält an ihrer Tradition, ihrem Erbe, ihrer Kultur fest. Vom verstorbenen Präsidenten der VAE, HH Sheikh Zayed bin Sultan Al Nahyan, stammt der hierzulande berühmte Satz: „Ein Land, das nichts über seine Vergangenheit weiß, hat weder Gegenwart noch Zukunft.“ Eine Ansicht die die Emirate von heute prägt. 

 

Mit dem Verhalten in der Öffentlichkeit nimmt man es in den Vereinigten Arabischen Emiraten sehr genau. Auch wenn der Lebensstil hier eher sehr westlich erscheint, als Tourist oder Neuankömmling sollte man nicht vergessen, dass man sich in einem völlig anderen Kulturkreis bewegt, mit immer noch vielen traditionellen und konservativen Regeln.

 

Classy Dubai hat einige wichtige Tipps aus unserer alltäglichen Erfahrung als deutsche „Dubaianer“ zusammengestellt:

 

1. Gibt es einen Dress Code in Dubai?

Aufgrund dessen, daß die emiratische Gesellschaft stolz an ihrer arabisch-muslimischen Kultur und Tradition festhält, werden im Alltag nicht viel Haut oder Gefühle gezeigt. Dies wird in allen Touristenführern, Shopping Malls und Behörden ausgewiesen, wird aber leider viel zu selten befolgt.

 

Es gilt: Strandkleidung am Strand, Abendkleidung für Nachtclubs, familienfreundliche Kleidung (Schultern und Knie sind bedeckt) an öffentlichen Plätzen oder Shopping Malls. Das gilt ganz besonders während des Fastenmonats Ramadan.

 

2. Die Kleidung der Emiratis

Die luftig-leichte Kleidung der Einheimischen hält in der Wüste kühl, warum diese auch bis heute populär ist. Tradition, Kultur und religiöse Sittsamkeit haben Einfluß auf die Tracht der Emiratis.

Die Männer tragen ein körperlanges weißes Hemd, die sogenannte „Kandura“. Die Kopfbedeckung „Ghuttra“ (bei den Emiratis üblicherweise in weiß) wird auf dem Kopf mit einer schwarzen Kordel befestigt. Die Kordel wurde traditionell benutzt, die Füße der Kamele aneinander zu binden, damit sie nicht in der Wüste weit umherirren.

 

Die Frauen tragen das traditionelle Cape, „Abaya“ genannt, zusammen mit der schwarzen Kopfbedeckung „Sheyla“. Diese Tracht der Frau ist oftmals dezent bestickt oder mit Pailletten verziert. Die Abaya hat sich im Laufe der Jahre zu einem universellen Gewand mit Chic entwickelt und nicht nur bei vielen emiratischen Frauen zu einem modischen Accessoire avanciert (orkalia X Sheikha Maitha Al Maktoum)

 

Unser Tipp: Natürlich gibt es kein Verbot von 7/8-Hosen und Trekking-Sandalen, aber man sieht als Deutscher im Touristen-Zivil neben den eleganten Emiratis eben „speziell“ aus.

 

3. Darf ich die einheimische Tracht tragen?

Es gibt kein Verbot für Ausländer, die einheimische Tracht zu tragen. Doch wir – und erst recht die Emiratis - sehen sofort, ob ein Tourist in der Kandura steckt. Das erkennt man am Habitus. Andererseits muss man sich als deutscher Kandura-Träger im Klaren sein, dass andere Touristen Sie und Ihr Verhalten den Emiratis zuordnen. Also benehme man sich auch so. Peinlich wird es, wenn man auf Arabisch angesprochen wird und nur auf Plattdeutsch die Schultern zucken kann. Wir amüsieren uns immer (!), wenn in deutschen Filmen, Statisten in Kanduras gesteckt werden, um Araber oder Scheichs dazustellen. Das funktioniert nie. Aufgrund der Schrittweite bewegt sich ein Einheimischer nämlich nie hastig und ordnet seine Kleider sehr sorgfältig. Genau das wirkt so würdevoll und ist schwer zu kopieren.

 

4. Ist es okay, wenn ich Einheimische fotografiere?

Ohne deren Einverständnis sollte man die Einheimischen generell nicht fotografieren. Andererseits sind sie sehr freundlich und lehnen eigentlich selten ab. 

 

5. Darf ich meine Frau/Mann in der Öffentlichkeit küssen, Händchen halten oder umarmen?

Es ist – in Dubai - kein Problem Händchen zu halten, das haben wir auch schon bei Einheimischen - für Verheiratete ist es erlaubt - in Kandura und Abaya gesehen. Doch alles andere soll - oder besser muss - privat bleiben. In dieser Kultur ist es nicht üblich, sich in der Öffentlichkeit als Mann und Frau zu küssen oder zu umarmen. Das europäische Bussi-Bussi ist aber inzwischen auch hier unter den westlichen Einwohnern an der Tagesordnung. 

 

6. Alkohol und Schweinefleisch

Der ganzheitliche Ansatz des Islam, was die Gesundheit und das Wohlergehen angeht, bedeutet eine kompromisslose Haltung zum Alkohol, ja verbietet den Konsum – den Moslems.

Für Nicht-Muslime gibt es Alkohol in bestimmten Hotels, Restaurants und Pubs. Privat kann man in Dubai in speziellen Handelsketten (mmi, African & Eastern) Alkohol kaufen, wenn man eine von der Polizei ausgestellte Alkohollizenz hat. Preise und System erinnern stark an Schweden. Touristen wissend das oft nicht: Sie sollten sich unter gar keinen Umständen angetrunken in der Öffentlichkeit zeigen. Das kann zu empfindlichen – und wir meinen empfindlich – Strafen führen. Absolut keine Toleranz gibt es beim Fahren unter Alkohol. Das führt definitiv zu einem deutlich verlängerten unfreiwilligen Aufenthalt in Dubai.

Schweinefleisch gehört zu den Einschränkungen im Koran, wenn es um Essen geht. Für Nicht-Muslime sind Wurst und Schweinefleisch in bestimmten Supermärkten wie Spinneys, Waitrose, Choitrams, Lifco oder Westzone (in getrennten Abteilungen) zu bekommen. Auch wenn sie sich - solange wir hier leben - kaum verändert hat, die Auswahl ist relativ vielfältig, wenn auch britisch dominiert.

 

7. Händeschütteln. 

Emiratische Frauen und Männer die nicht miteinander verwandt sind, reichen sich nicht die Hand zur Begrüßung. Von Mann zu Mann oder von Frau zu Frau ist es allerdings die Norm, bis hin zum Küsschen links und Küsschen rechts.

Wer als Europäerin z. B. zu einem Besuch oder Geschäftstermin eingeladen ist und dort auf das andere Geschlecht trifft, sollte nicht die Hand geben, es sei denn, das Gegenüber reicht die Hand zuerst. Da man sich hier eh bedächtig bewegt, stellt es kein Problem dar, den Gesprächspartner zu beobachten und abzuwarten.

Wichtig für Linkshänder: Niemals die linke Hand reichen oder mit dieser ein Geschenk übergeben. Die linke Hand gilt hier als „unrein“. Herzlich bedanken kann man sich, indem man die Hand aufs Herz legt.

 

8. Fluchen 

In den VAE ist es strafbar, jemanden wüst zu beschimpfen, lautstark zu fluchen oder jemandem „den Stinkefinger“ zu zeigen. Das in den sozialen Netzwerken zu tun, wiegt sogar noch schwerer.

9. Wetter & Klima in Dubai

In Dubai fällt ganzjährig kaum Regen, bei warmen bis sehr heißen Temperaturen. Vor allem die Sommermonate sind für den Europäer eher nicht zu empfehlen, aufgrund von Temperaturen häufig weit über 40 Grad und einer hohen Luftfeuchtigkeit. Die besten Reisemonate sind daher Oktober bis April bei angenehmen Temperaturen. Allerdings kann es durchaus schon im April deutlich heißer werden. 

 

 

 

10. Sprache & Nützliche Floskeln

Da in den Emiraten weit über 80% Ausländer leben, hat sich neben der Amtssprache Arabisch, das Englische als Alltagssprache etabliert. Damit kommt man überall weiter. Wie überall auf der Welt freuen sich auch die Einheimischen, wenn man ein paar Worte ihrer Sprache kann. Eine nette Geste, die oft mit einem freundlichen Lächeln quittiert wird. 

 

11. Business in Dubai

Dubai stellt eine hochmoderne Geschäfts-Infrastruktur zur Verfügung, von der man in Deutschland oft nur träumen kann. Internet- und Handynetze sind exzellent ausgebaut und schnell. Die Stadt lebt vom Geschäft. Aber wir sind hier im Orient. Merke: Geschäft heißt, man bringt zunächst genug Geld mit. Immer. Wir empfehlen deutlich und dringend, bevor man ein Geschäft anbahnt oder gründet, sich mit deutschsprachigen, in der betreffenden Branche erfahrenen, Landsleuten die lange hier leben, ausgiebig zu beraten. Classy Dubai empfiehlt gerne den richtigen Partner, der einem durch das Gewirr unzähliger Möglichkeiten hilft.

Geschäftstreffen beginnen meist mit - für uns ungewöhnlich langem - small talk, über Familie, Heimatland, unsere Eindrücke von Dubai. (Geheimtipp: Gerne auch über Fußball. Deutsche Spitzenclubs stehen hoch im Kurs. Bayern München kennt jeder.)  Es ist auch nicht ungewöhnlich, wenn der Partner mitten im Gespräch einen Telefonanruf annimmt oder selbst den Raum zum Telefonieren verlässt. Viel Zeit, eventuell mehrere Treffen können ins Land gehen, bis man sich dem Kern nähert. Ein geflügeltes Wort auch hier: „Ihr habt die Uhren, wir haben die Zeit.“

Von einheimischen Partnern bekommt man kein „Nein“. Das gilt als unschicklich. Wenn man das berühmte „Inshallah“ (So Gott will) zu hören bekommt, deutet das aber leider meist in diese Richtung. Jetzt heißt es dranbleiben und geduldig herauszufinden „was geht“. Andererseits sollte man nicht überrascht sein, wenn der einheimische Gegenüber sein Begehr urplötzlich und schon „vorgestern“ erfüllt haben möchte.

 

12. Informiert sein

Auch in den Vereinigten Arabischen Emiraten gilt, Unwissenheit schützt nicht vor Strafe. Dubai versteht sich explizit als islamisch geprägtes Emirat und verlangt von seinen Besuchern die Achtung seiner Werte. Wegen steigender Besucherzahlen und der damit wachsenden Möglichkeit von Missverständnissen, hat Dubai einen Verhaltenskodex erlassen.  

 

13. Ahlan Wa Sahlan - Wilkommen

Dubai ist immer eine Reise wert. Die unverwechselbare Millionenmetropole beschert jedem unbeschwerte Tage und interessante Erlebnisse, der die einfachen Grundregeln beachtet. Wer die Kultur wahrlich kennenlernen will, ist bei den freundlichen Einwohnern von Dubai herzlich willkommen und kommt auf seine Kosten.

 


Fotos: Paule Knete

 

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