James Law - 6,5° voraus

James Law - The Pad. Dubai (C) Paule Knete 2015

Eines der auffälligsten Gebäude der Business Bay im Zentrum Dubais trägt den knappen Namen „The Pad“. Wir trafen James Law, den inzwischen weltberühmten Schöpfer des erstaunlichen Towers.

The Pad weist mit 6,5° eine stärkere Neigung auf als der schiefe Turm von Pisa.

Bei "The Pad" ist die Neigung allerdings nicht nur beabsichtigt, sondern Programm. Dieses Pad verbindet Hochtechnologie mit Wohlfühlatmosphäre.

Der chinesische Stararchitekt ist selbst nicht nur unprätentiös, sondern das was wir hier „Buddy“ nennen.

Sein Ansatz, Architektur und Technologie in Gebäuden eng zu verflechten – den er „Cybertecture“ nennt - ist immer noch so einzigartig wie wegweisend in der Welt des Bauens. Wir hatten einen wirklich interessanten Nachmittag.

Danke Dir, lieber James, für Deinen wunderbar intelligenten Input und Deine kurzweiligen Storys über die Geschichte Deiner Company, Deine Philosophie und nicht zuletzt über den (i)Pad. 


Photo: Paule Knete for Classy Dubai
James Law/Foto: Paule Knete

Wenn ein junger Mann aus Hongkong in Dubai kurzentschlossen gegen Giganten wie Norman Foster, Zaha Hadid andere antritt, sagt das vieles über ihn, seine Ansprüche, Visionen und sein Können aus.

Er gewann in diesem Pitch und diese Entscheidung hat sein ganzes Leben verändert. Seine Gebäude stehen heute ebenso in Moskau, China und Indien.

Mit unserem Artikel wollten wir zum einen zeigen warum dieser "Young Global Leader" des Weltwirtschaftsforums ein Vorbild ist: bodenständig und hochgebildet, bescheiden und visionär; und zum anderen am Nationalfeiertag der Emirate daran erinnern, wie arabische Länder der eigenen Jugend und den Talenten aus aller Welt Visionen, Aufgaben, Selbstverständnis außerhalb des Öls geben.

James, spektakuläre Schöpfungen wie "The Capital" oder „Vasu Kamal“ sind in Mumbai oder China entstanden, ebenso wie unverwechselbare Innendesigns. In Dubai sind Sie bekannt – unter anderem - durch „The Pad“, den extravaganten geneigten Turm der Business Bay. Pixel Tower oder O Tower stammen aus Ihrer Feder. Sie kombinieren modernes Design mit der neuesten Entwicklungen aus Elektronik und Technologie. Doch das beschreibt Cybertecture nur unzureichend, denke ich… Wie definieren Sie Cybertecture?

James Law - Cybertecture
James Law - Cybertecture

Das Wort "Cybertecture" habe ich geprägt, um meine Philosophie zu darzustellen, in der heutigen modernen Welt eine bessere Welt der Zukunft zu gestalten. Cybertecture ist grundlegend eine Philosophie die ausdrückt, dass die Menschheit in einem Stadium ist, wo wir unsere Welt in einer Weise einrichten können, die über das dagewesene Gestalten und Bauen hinausgeht. Mit den Einflüssen der neuen Erkenntnisse der Wissenschaft, neuer Technik aus neuen Technologien, neuen Paradigmen der Notwendigkeit ökologischer Überlegungen, neuen „Informationskörper“ aus Informationen und Verbindungen im Internet sollte die Menschheit eine neue Cybertecture anstreben, die das Potential dieser Kräfte nutzt, das Leiden auf der Welt zu lindern. Diese Cybertecture kann auf alles angewendet werden, das man gestaltet und herstellt, sei es die smarte Stadt oder „Green Buildings“, smartes Bildungs- oder Gesundheitswesen, innovative soziale Unternehmungen oder grüne Wirtschaft. Bei Cybertecture geht es darum, das Gefüge der Menschheit zu erneuern; durch das Teilen der Kreativität und des Wissens über die Grenzen dessen hinauszugehen was wir bisher getan haben. Eine bessere Welt zu gestalten, in dem Streben das Leiden auf der Welt zu lindern.

Kann Cybertecture, als deren Schöpfer sie gelten, zu einem umweltbewussteren Leben beitragen?

Ja unbedingt. Cybertecture wird bestimmt von der Richtung eines Designs das Leiden mildert und das einen besseren Lebensstil schafft, der mehr umweltbewusster ist. Zum Beispiel zeigen die Systeme unserer Gebäude den Bewohnern in welchem Zustand die Umwelt in ihrem Räumen ist, damit sie bewusst und verantwortlich ihre Aktivitäten und Lebensstil darauf abstellen. Als „Cybertecten“ versuchen wir immer intelligent Räume zu gestalten, die für gut für die Menschen sind.


Als Europäer kennen wir das World Economic Forum in Davos sehr gut. Wie sind sie als Architekt ins WEF gekommen und ein „Young Global Leader“ geworden?

Das WEF ernannte mich zum Mitglied der Gruppe „Young Global Leaders“, um zu versuchen eine neue Generation von Innovativen auf vielen verschiedenen Feldern zusammenzustellen, die diese Mission teilen. Ich denke, ich wurde ernannt wegen meiner Leidenschaft, Leiden durch Design zu lindern. Meine Arbeit als Cybertect wird angesehen als eine solche Richtung, eine bessere Struktur für die Menschheit zu schaffen.


Noch einmal zu Dubai. Was hat sie an dem Ruf aus Dubai angezogen?
Ich habe immer eine schicksalhafte Bindung mit Dubai gefühlt. Dubai hat mir viele wunderbare Möglichkeiten geboten, mein Werk der Cybertecture zu entwickeln. Ich fühle Dubai als zweite Heimat, seit 10 Jahren bin ich halb Besucher und halb Einwohner. Ich teile diesen Sinn für Optimismus und Kreativität, den Dubai verkörpert und so habe ich eine Verknüpfung mit Cybertecture gefunden.

Ihr „The Pad“ ist ein Blickfang am Ufer der Business Bay. Wie kamen Sie auf den Namen?

Schon 2006 nahm ich an einem Architektenwettbewerb um die Gestaltung des Gebäudes teil. Mein Siegerkonzept war ein Gebäude wie ein Apple iPod, das als Cybertecture in der Lage ist, mit den darin lebenden Menschen zu interagieren - einer Technologie ihr Leben verbessert. Ich nannte das Projekt iPad, wobei Pad „Haus“ bedeutete.

2007 als der Tower berühmt wurde, kontaktierte Apple meinen Kunden und verlangte eine Namensänderung.

Damals gab es aber noch gar keinen iPad…

Wir änderten den Namen in „The Pad“ ab. Einige Jahre später stellte Apple dann den iPad Tablet Computer vor. Faktisch haben wir den ersten iPad der Welt geschaffen und ihm einen Namen gegeben - noch vor Apple.

Was ist konkret Cybertecture in diesem Werk?

The Pad ist eine Synergie aus Architektur und Technologie, in einer Mixtur von Design die Cybertecture repräsentiert. Architektonisch ist das Gebäude atemberaubend. Es sieht aus wie ein 120 m hoher geneigter iPod. Innen wurden viele Technologien eingeplant, die deine Gesundheit kontrollieren, für Unterhaltung sorgen, das Leben angenehm machen und dein Auto automatisch parken.

Was können wir in den Emiraten von Ihnen in Zukunft erwarten?

Hier ist alles möglich. Halten sie Ausschau nach unserer Cybertecture. Wir kommen um die Welt besser zu machen.


James Law ist in den GCC nicht nur als Architekt unterwegs. Aus dem TV kennt man ihn als VIP-Juror für Design in der panarabischen Talentshow „Stars Of Science“. 

Ein Architekt der über seine Nische hinausgeht, „ouside the box“ denkt, der nicht redet sondern handelt. Von James Law ist noch vieles zu erwarten, das das Bild der Welt verändert – und das Gesicht Dubais.

Bericht: Marlamaria

Fotos: Paule Knete für Classy Dubai und James Law/Cybertecture


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